Die Agentur für Kunstvermittlung

Warum nicht ein Abonnement entwickeln, das die Kunden regelmäßig in Museen und Galerien lockt? 1987 brachte eine aus allen Landtagsparteien (CDU, SPD, FDP und Grüne) bestehende Abgeordnetengruppe den Antrag im Landtag ein, einen Modellversuch über einen Zeitraum von fünf Jahren mit rund einer Million Euro zu fördern. Damit sollte bei der Kulturgemeinschaft Stuttgart, der mit 34.000 Mitgliedern größten Besucherorganisation der Bundesrepublik, neben den bereits bestehenden Mieten für Theater, Oper, Ballet und Konzert ein breiteres Publikum auch für die bildende Kunst interessiert werden.

 

Am 01.01.1990 begann der Modellversuch. Projektleiter Dr. Wolfgang Milow, damals Geschäftsführer der Kulturgemeinschaft und Dr. Ulrich Weitz (wissenschaftlicher Angestellter des Modellversuchs) boten ein Programm an, das bald für Furore sorgte. Spektakuläre Bildschauen wie die legendären Adriani-Ausstellungen in Tübingen oder die Max-Beckmann-Retrospektive der Stuttgarter Staatsgalerie fanden ebenso ein interessiertes Publikum wie die Wandtafelzeichnungen Rudolf Steiners im Württembergischen Kunstverein oder die Sammlung des Schraubenhändlers Würth in Künzelsau. Die Resonanz auf den Modellversuch, der auch in die Kunstkonzeption des damaligen Ministerpräsidenten Lothar Späth aufgenommen wurde, war riesig.

 

Als die öffentlichen Förderung Ende 1994 auslief, verankerte die Kulturgemeinschaft das Projekt und baute auch ohne öffentliche Mittel den Kunstbereich weiter aus: mit Kunsttagen und Kunstreisen. Rund 20 freie Kunsthistorikerinnen, Historiker und Architekten steuern mittlerweile ihr Wissen bei. Bis heute gibt es nichts Vergleichbares in der Bundesrepublik.

 

Dr. Ulrich und Sybille Weitz gründeten 1995 mit der Agentur für Kunstvermittlung eine eigene Firma, die sich auf die Konzeption, die Organisation und den Vertrieb von Kunstreisen und Tagesfahrten spezialisierte. Schon die erste Reise für den Württembergischen Kunstverein Stuttgart und die Fördervereine des Museums für Moderne Kunst in Frankfurt und des Kunsthauses Zürich wurde nicht nur in den Medien ein Knüller: Zum „100. Geburtstag“ der Biennale in Venedig fuhr von Stuttgart aus ein Sonderzug mit historischen Waggons des legendären Orient-Express in die Lagunenstadt.

 
 
 
 
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